Was geschieht in der Babysprechstunde?
In die Babysprechstunde kommen junge Familien – manchmal beide Eltern, manchmal auch nur die Mutter oder der Vater – mit ihrem Baby. Sie kommen, weil etwas nicht gut läuft und sie sich Sorgen machen.
Manche berichten von Babys, die sehr viel schreien, schlecht schlafen, häufig nachts aufwachen oder kaum zur Ruhe kommen. Andere erzählen von Schwierigkeiten beim Füttern, von Ängsten des Babys oder davon, dass sie das Gefühl haben, ihr Kind entwickle sich nicht so, wie sie es erwartet haben.
Auf der Seite der Eltern zeigen sich oft ganz andere, ebenso belastende Themen: große Erschöpfung, das Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein, Enttäuschung darüber, dass sich Elternschaft so ganz anders anfühlt als erträumt. Manche haben eine schwere oder traumatische Geburt erlebt, andere leiden unter depressiven Verstimmungen oder erleben, dass alte Ängste und Unsicherheiten wieder auftauchen. Häufig kommen auch Selbstzweifel: Bin ich eine gute Mutter? Bin ich ein guter Vater?
Nicht selten geraten auch Partnerschaften unter Druck.
In der Babysprechstunde darf über all das gesprochen werden. Es gibt keine vorgegebenen Themen und keine falschen Fragen. Es geht nicht darum, Schuld zu suchen oder Versäumnisse aufzudecken, sondern darum, gemeinsam zu verstehen, was diese junge Familie gerade überfordert – und wie ein guter nächster Schritt aussehen kann.
Elternschaft ist eine der größten Umstellungen im Leben. Für keinen anderen Lebensbereich wird so viel Verantwortung übernommen, ohne dass es dafür eine Ausbildung gibt. Im Beruf lernt man, wird angeleitet, darf Fehler machen und nachfragen. In der Elternschaft hingegen fühlt man sich oft wie ein völliger Anfänger – ohne Lehrmeister, ohne Anleitung, mit einem Baby, das ganz eigene Bedürfnisse hat.
Verzweiflung, Unsicherheit, Überforderung und Zweifel sind deshalb kein Zeichen von Versagen, sondern etwas zutiefst Menschliches und Normales. Die Babysprechstunde möchte einen Raum bieten, in dem diese Gefühle ernst genommen werden dürfen – und in dem Eltern erleben können, dass sie nicht allein sind.
Oft zeigt sich, dass schon das gemeinsame Nachdenken, das Verstandenwerden und das Entlasten von Schuldgefühlen eine spürbare Veränderung bewirkt – für die Eltern und für das Baby. Wenn das nicht ausreicht, suchen wir gemeinsam nach Lösungen speziell für dieses Baby und diese Familie